Hypnose gegen Lampenfieber

Mit Hypnose das Lampenfieber zu bewältigen ist möglich und sinnvoll für all diejenigen, die vor öffentlichen Auftritten in kleinerem oder größerem Rahmen von Angst und Blockaden geplagt werden.

 

Aber ist es nicht so, fragt sich manch einer vielleicht, dass Lampenfieber sogar gut und notwendig ist, um sich bei einem Auftritt optimal präsentieren zu können, sodass eine Hypnosebehandlung gar nicht erforderlich wäre? Braucht man nicht eine gewisse Anspannungsenergie, um eine Rede zu halten, etwas vorzutragen oder ganz allgemein eine bestimmte Leistung vor einem Publikum bestmöglich abrufen zu können? Wozu dann also Hypnose?


Auch wenn diese Fragen in der Öffentlichkeit häufig so gestellt werden, handelt es sich dabei aber meines Erachtens um ein Missverständnis. Dieses sollte im Hinblick auf die Hypnosebehandlung überwunden werden.

 

Denn natürlich wäre es zwecklos, mit klinischer Hypnose etwas behandeln zu wollen, was den betroffenen Menschen sogar gute Dienste leistet. Klinische Hypnose als Therapieform ist darauf ausgerichtet, einen bestehenden Leidensdruck zu heilen oder zu lindern. Und nicht wenige Menschen, die Lampenfieber empfinden, leiden ganz sicher darunter.


Wohl keiner wird dabei bezweifeln, dass man im Hinblick auf eine zu erbringende Leistung eine gewisse Aktivierungsenergie braucht. Sonst würde zum Beispiel eine Rede, die man zu halten hat, oder auch ein Gesangsvortrag sehr blutleer wirken.

 

Wenn sich diese Aktivierungsenergie aber so äußert, dass sie als Lampenfieber empfunden wird, dann hat sie gewissermaßen eine negative statt einer positiven Ausdrucksform angenommen und kann und wird als solche hemmend wirken, bis sie idealerweise vor oder während des Auftritts überwunden wird.


Was jeder Mensch vor einer Präsentation welcher Art auch immer gut gebrauchen kann, ist eine Form von positiver Anspannung, ein innerer Elan, wie bei einem Sportler, der auf seinen Startschuss wartet, um die in ihm angesammelte positive Leistungsenergie herauslassen zu können.

 

Eine Art Lampenfieber würde sich als Hemmung bei ihm zeigen, er würde sich voll Selbstzweifel darstellen und würde so kaum gewinnen können.

 

Der unter Lampenfieber leidende Mensch sieht sich blockiert. Die Energie ist in ihm, aber er sieht sich, solange er unter Lampenfieber leidet, außerstande, sie in Richtung auf das gewünschte Ziel zu lenken. Mit Verstand und bewusstem Willen möchte er, aber sein Körper erweist sich als unliebsamer Gegenspieler. Der unter Lampenfieber leidende Mensch steht auf diese Weise im Konflikt zwischen bewussten und unbewussten Kräften.


In genau diesem Spannungsfeld ist aber die Hypnosetherapie zu Hause. Mit unserem bewussten Verstand versuchen wir unser Leben zu führen, Ziele zu erreichen, Blockaden zu überwinden. Bewusster Verstand und bewusster Wille werden dem menschlichen Geist zugeordnet, der versucht, dem Körper die richtige Richtung zu geben. Wenn dieser nur nicht so oft im Widerstand wäre! Der Geist ist willig, so heißt es, aber das Fleisch ist schwach.


Tatsächlich handelt es sich hier aber wohl eher um ein Kommunikationsproblem. Wenn der Geist dem Körper etwas zu befehlen versucht, ohne vorher mit diesem Kontakt aufgenommen zu haben, wenn wir nicht auf unser Bauchgefühl achten, sondern einfach zu handeln versuchen, weil wir gute Argumente zu haben glauben – dann kann es durchaus danebengehen.


Beim Lampenfieber erweist es sich, dass der Verstand und der bewusste Wille zwar vorangehen wollen, der Körper aber noch nicht so weit ist und daher blockiert.

 

Die klinische Hypnose ist ein Weg, dieses Kommunikationsproblem aufzulösen und die Zielsetzung des bewussten Willens an das Unbewusste zu übermitteln, sodass beide gemeinsam in eine Richtung gehen können.

 

Dabei können über eine Rückführung | Hypnoanalyse die zugrundeliegenden Ursachen thematisiert werden. Auf dem Wege der Tiefenhypnose kann ein schlafähnlicher Zustand erreicht werden, in dem sich dem Unbewussten heilende Suggestionen übermitteln lassen.